Luang Prabang, Laos


 
 

Luang Prabang, Laos

Zum ersten Mal Königsstadt wurde Luang Prabang 1353 unter Fürst Fa Ngum, der fünf Jahre später die goldene Buddhastatue Phra Bang vom König Angkors zum Geschenk erhielt. Fa Ngum war es, der jene Statue zum Schutzheiligen des Reiches erklärte und den Buddhismus zur Staatsreligion erhob. Nachdem Vientiane im 16. Jahrhundert neue Hauptstadt geworden war, bekam Luang Prabang vom damaligen König Setthathirat seinen heutigen Namen und entwickelte sich seither zum Zentrum des Theravada-Buddhismus und zu einem Anziehungspunkt für Gelehrte aus ganz Südostasien.

Allein die 34 auf der Landzunge gelegenen Klöster zeugen heute von einem nach wie vor lebendigen religiösen Leben. So wird der Theravada-Buddhismus weiterhin praktiziert und noch immer kommen junge Männer im Alter von zwölf bis zwanzig Jahren zahlreich in die Klöster, um dort in der Tradition des Buddhismus zu studieren. Bereits vier Uhr morgens beginnt für die Novizen und Mönche eines Klosters der Tag mit einer Morgenmeditation. Kurz nach Sonnenaufgang folgt die Vorbereitung auf den allmorgendlichen Almosengang takbat, ehe schließlich mehrere Hundert Mönche und Novizen, geführt von den Äbten der jeweiligen Klöster, durch die Straßen der Stadt ziehen. Hier warten bereits die Anwohner auf einer festgelegten Route mit ihren vorwiegend aus Klebreis bestehenden Gaben. Während die Menschen überall im Land den Mönchen mit diesen Spenden ihren Respekt erweisen, ist der Almosengang in Luang Prabang selbst indes zur Touristenattraktion geworden. Und nachdem teils sogar Busse mit Reisegruppen mit den Mönchen mitfuhren, gibt es nun in allen Hotels und Gästehäusern Plakate, welche über die „Dos and Don’ts“ im Umgang mit dieser Zeremonie aufklären. Es bleibt zu hoffen, dass sie von den Touristen aus aller Welt auch ernst genommen werden. Kontakte mit den Mönchen bieten sich schließlich genügend in der Stadt. Denn neben der religiösen Bildung nutzen die jungen Laoten ihren Aufenthalt im Kloster vor allem auch, um Englisch zu lernen - und die ausländischen Besucher in Luang Prabang stellen dazu eine willkommene Übungsmöglichkeit dar. Doch während die Jugend nach Bildungsmöglichkeiten sucht, gelten diese den Äbten der Klöster oftmals noch als unerwünschte Begleiterscheinungen der Öffnung des Landes. Sie lehnen die zunehmende Verwestlichung, zu aller erst aber auch die Sprache jener Nation, die einst große Teile des Landes bombardierte und bis heute in Mitleidenschaft gezogen hat, als eine Ablenkung von der Lehre des Theravada-Buddhismus ab.

Bis heute ist Luang Prabang trotz aller Einflüsse von außen ein aktives buddhistisches Zentrum geblieben. Auch die Jahre nach der Revolution von 1975 haben die Klöster und Mönche überstanden. So bietet sich, schaut man heute von dem heiligen Berg Phousi über die Stadt, der Blick auf ein wunderbar lebendiges Kleinod Südostasiens. 

 
 
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